weimarer republik

Mit dem Ende des Ersten Weltkrieges erschütterten revolutionäre Zustände das Deutsche Reich. Radikale Strömungen trugen ihre politischen Konflikte auf der Straße aus; in der Bevölkerung gab es große Unzufriedenheit durch die soziale Not und Unsicherheit in der Nachkriegszeit.

Aus den Wirren der Zeit ging die Weimarer Republik hervor: eine parlamentarische Demokratie auf tönernen Füßen. In Zeiten des Aufruhrs gewann die „Demokratie ohne Demokraten“, wie sie spöttisch genannt wurde, nur wenige Anhänger. Häufige Wechsel der Reichsregierungen und politische Angriffe von rechts wie von links bedrohten die politische Stabilität des Staates.

Erst Mitte der 1920er Jahre erholte sich die Republik von diesen Unruhen. Die „Goldenen Zwanziger“ begannen – eine Periode wirtschaftlicher Prosperität und kultureller Blüte. Berlin wurde zum Kristallisationspunkt einer neuen Epoche von Kunst und Literatur. Die Avantgarde setzte sich mit der Vergangenheit des Wilhelminischen Reiches kritisch auseinander und blickte mit provokanten Formen und Stilen der Zukunft entgegen. Surrealismus und Dadaismus – bekannt durch die Werke von Max Ernst, Paul Klee oder George Grosz – fanden in der Öffentlichkeit Anerkennung und reflektierten eine sich im Wandel befindliche Gesellschaft. Die Schattenseiten des Berliner Trubels abseits von Cafés und Tanzveranstaltungen hielt nachhaltig prägend Heinrich Zille in seinen Zeichnungen und Malereien fest. Auch die literarische Szene stand zu dieser Zeit in voller Blüte: Bertolt Brecht, Hermann Hesse oder Thomas Mann avancierten zu anerkannten Autoren, die von einem großen Publikum geachtet und geschätzt wurden.

Mit dem „Schwarzen Freitag“ am 25. Oktober 1929 endete jedoch die Hochphase wirtschaftlichen und künstlerischen Schaffens, aber auch der politischen Ruhe. Das Wirtschaftssystem der Weimarer Republik brach in sich zusammen. Arbeitslosigkeit und Elend breiteten sich massiv aus. Die ungehaltene Verzweiflung der Bevölkerung zeigte sich bei der Abrechnung mit der Politik bei den Reichstagswahlen 1930: Der Aufstieg der Nationalsozialisten begann. Zeitgleich veränderte sich das politische System durch die Einrichtung der problematischen „Präsidialkabinette“, die eine Machtkonzentration beim Reichspräsidenten vorsahen, da eine funktionierende Mehrheitsregierung nicht mehr zu erreichen war. Dieses politische Gefüge und die Wahlerfolge der NSDAP ebneten schließlich den Weg zur Ernennung Adolfs Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 – und damit zum Ende der Weimarer Republik.

Bildquelle: Charlottenburg Postkarte ca. 1927, Creative Commons, hier abrufbar.

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